|

Santa Maria Maggiore (lat. Sanctae
Mariae Maior, deutsch: Groß Sankt
Marien) ist eine der vier
Patriarchalbasiliken Roms und eine
der sieben Pilgerkirchen. Sie
befindet sich im exterritorialen
Besitz des Heiligen Stuhls.
Gegenwärtiger Erzpriester der
Patriarchalbasilika ist Kardinal
Bernard Francis Law.
Geschichte
Basilica Liberiana
352 wurde durch Papst Liberius der
Grundstein für die erste
Marienkirche des Abendlandes gelegt.
Der Sage nach sei die Madonna in der
Nacht auf den 5. August dem
römischen Kaufmann Johannes und
seiner Frau erschienen und habe
versprochen, dass ihr Wunsch nach
einem Sohn in Erfüllung ginge, wenn
ihr zu Ehren eine Kirche an der
Stelle errichtet würde, wo am
nächsten Morgen Schnee läge. Das
Ehepaar begab sich darauf hin zu
Liberius, welcher den selben Traum
hatte. Am Morgen des 5. August sei
die höchste Erhebung des
Esquilinhügels weiß gefärbt von
Schnee gewesen. Deshalb trägt diese
Kirche bis heute auch den Namen
Santa Maria ad Nives (deutsch: Maria
Schnee). Die Basilika ist die größte
der überrt, die an der
Hochschiffwand im Triumphbogen der
Apsis (dort von 1292) zu finden sind
und einen Zyklus alttestamentlicher
Erzählungen darstellen.
Im 16. Jahrhundert wurde die
Kassettenholzdecke mit dem ersten
Gold aus Amerika ausgestattet, wie
auch die Kirche Il Gesù.
Architektur und Kunst
Erwähnenswert ist bereits der Platz
vor der Kirche, hier steht eine
monumentale Säule aus der
Maxentiusbasilika. In der Vorhalle
befindet sich links die Porta Santa.
Die 36 Säulen, die das Hauptschiff
markieren, sind aus griechischem
Marmor gefertigt und stammen vom
Tempel der Juno auf dem Aventin.
Darüber befinden sich 36 gut
erhaltene Mosaike römischen Stils
aus der Erbauungszeit mit Szenen aus
der Mosesgeschichte. Byzantinischer
wirken dagegen die Mosaiken des
Triumphbogens aus derselben Zeit,
welche die Geburt Christi darstellen.
Das besonders prunkvolle Mosaik in
der Apsis zeigt die Marienkrönung.
Der majestätische Baldachin über dem
Papstaltar von Ferdinando Fuga ist
wahrscheinlich vom Baldachin Gian
Lorenzo Berninis in St. Peter
inspiriert worden.
Seitenkapellen
Zwei große Kapellen rechts und links
vom Hauptaltar ersetzen das
ursprünglich nicht vorgesehene
Querschiff. Die Capella Borghese (oder
auch Capella Paolina) links, die zur
Zeit des Borghese-Papstes Paul V.
entstand, gilt als prunkvollste
Privatkapelle aller römischen
Kirchen und enthält das Gnadenbild
Salus Populi Romani, das einst als
Lukasikone angesehen wurde.
Gegenüber liegt die
Sakraments-Kapelle von Domenico
Fontana aus der Zeit Sixtus V.. Das
kostbare Bronzeziborium stammt von
L. Scalzo
Reliquien
In der Confessio unterhalb des
Papstaltars befinden sich Reste
einer Krippe, die Teile der Krippe
von Bethlehem sein sollen. Davor
befindet sich eine Statue des
Papstes Pius IX..
In der Krypta sind mehrere
Mitglieder der Familie Borghese
beigesetzt. Gian Lorenzo Bernini
liegt rechts hinter dem Papstaltar
begraben. |